CeH4 ist am 05. und 06. Februar beim Oldenburger Rohrleitungsforum vor Ort und stellt dort das neue Projekt „ASTEREX“ vor.
Im Erdgasnetz steckt mehr Energie, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Bevor Erdgas bei Industrie, Stadtwerken oder kommunalen Versorgern ankommt, wird sein hoher Netzdruck in sogenannten Druckregelstationen auf ein niedrigeres Niveau reduziert. Dieser Schritt ist technisch notwendig – bislang jedoch energetisch ungenutzt. Genau hier setzt das Projekt ASTEREX an, das CeH4 gemeinsam mit Partnern entwickelt.
Die zentrale Idee ist ebenso naheliegend wie wirkungsvoll: Statt den Druck ausschließlich über Ventile abzubauen, wird eine speziell entwickelte Entspannungsturbine eingesetzt. Wenn das Erdgas vom Hoch- auf den Niederdruck entspannt wird, treibt es diese Turbine an und erzeugt dabei elektrischen Strom. Die im Druckgefälle enthaltene Energie geht damit nicht mehr verloren, sondern wird nutzbar gemacht.
Der erzeugte Strom wird direkt vor Ort verwendet, um eine Wärmepumpe zu betreiben. Diese stellt die notwendige Wärme bereit – beispielsweise zur Warmwassererzeugung – und ersetzt damit konventionelle Gas-Heizkessel, die bislang für diesen Zweck eingesetzt werden. Ein zusätzlicher Vorteil: Beim Druckabbau kühlt das Erdgas ab und muss vorgewärmt werden, um ein Einfrieren der Anlagen zu verhindern. Auch diese Vorwärmung kann durch die Wärmepumpe übernommen werden, die mit dem selbst erzeugten Strom betrieben wird. Auf diese Weise lässt sich der Wärmebedarf nahezu vollständig ohne thermische Gasverbrennung decken.
Das Einsparpotenzial ist erheblich. Bereits die Nutzung eines Teils des vorhandenen Druckabfalls ermöglicht eine sehr weitgehende Reduktion des Gasverbrauchs. Hochgerechnet auf die Vielzahl der bestehenden Gas-Druckregelanlagen in Deutschland ergeben sich relevante Effekte: signifikante Erdgas- und CO₂-Einsparungen sowie eine Stromerzeugung in einer Größenordnung, die mit der Leistung eines mittleren konventionellen Kraftwerks vergleichbar ist. Überschüssige elektrische Energie kann zudem in das Stromnetz eingespeist werden.
ASTEREX verbindet damit mehrere Vorteile: Die Stromerzeugung korreliert gut mit dem Wärmebedarf, ein hoher Anteil des erzeugten Stroms kann selbst genutzt werden, und die Technologie lässt sich perspektivisch auch in Wasserstoffnetzen einsetzen. Neben den ökologischen Effekten überzeugt das Konzept auch wirtschaftlich – unter geeigneten Rahmenbedingungen sind Amortisationszeiten von unter zehn Jahren realistisch.
ASTEREX steht damit exemplarisch für einen Ansatz, der vorhandene Infrastrukturen intelligenter nutzt und Effizienzpotenziale hebt, die bislang unberücksichtigt geblieben sind. Statt zusätzliche Energie zu erzeugen, wird vorhandene Energie besser genutzt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren und zukunftsfähigen Energieversorgung.
Unsere Ansprechpartner vor Ort freuen sich auf den offenen Austausch mit Ihnen – über Technik, Umsetzungsmöglichkeiten und die Chancen, die ASTEREX für die Energieversorgung bietet.
Kommen Sie vorbei, stellen Sie Fragen und erleben Sie, wie Innovation und Praxis Hand in Hand gehen. Gemeinsam können wir die Energieinfrastruktur smarter und zukunftsfähiger gestalten.